maxiDoggy “Fast-Dogge” Rico Bunterhund

Fast-Dogge Rico Hundeblog miDoggy

Ihr Lieben,

die Seite der Hundeportraits zu den großen Hunden füllt sich 🙂 Der liebe Maximilian vom coolen Hundeblog “Gassireport” hat für uns “kein Rasse- dafür ein chaotisches Mischlingsportrait” inklusive grandioser Bilder geschrieben.

Wir finden es großartig und wünschen viel Spaß beim Lesen! ♥



Na da hat mir ja mein Rico wieder was eingebrockt: Ein Rasseprotrait soll ich schreiben…über einen Mischling… Und da Rico aus dem Tierheim stammt, eine Beschlagnahmung durch den Amtsveterinär war, weiß keiner so genau, was für eine Art Mischling er ist. Klar die Doge ist zu erkennen, was sonst noch drin ist bleibt aber eine Vermutung…

Fast-Dogge Rico Hundeblog miDoggy

Copyright Antje Hachmann

Von daher ziehe ich mal die Dogge zum Vergleich heran. Und weil es am einfachsten ist, als erstes das Oberflächliche, das Aussehen. Rico ist zwar ein „großer“ Hund, zumindest fällt er unter die Regelung von 20/40-Hunden (über 20 kg und über 40 cm Widerristhöhe) und bedarf daher auch den Sachkundeschein dafür, aber an die Größe einer reinen Dogge reicht er nicht heran. Auch zeigt er nicht die typischen Hängelieder…naja, außer er ist sehr müde und versucht sich wieder mal wach zu halten 😉 Auch sabbert er so gut wie nie. Es scheint ihm sogar unangenehm zu sein. Okay, aber auch hier keine Regel ohne Ausnahme: Bei der Essenszubereitung sabbert Rico schon…und da scheint es ihn auch nicht zu stören 🙂 Also kurz gesagt: Er sieht irgendwie aus, wie eine Mini-Dogge mit strafferem Gewebe 🙂 Wobei „Mini“ sehr relativ ist. Ich sah mal einen Holzstich aus der Zeit als Doggen noch Arbeitshunde waren und für die Jagd eigesetzt wurden (daher auch der Name Bärbeißer oder Saupacker), da war der knieende Jäger knapp größer als die Dogge – in etwa entspricht das auch Ricos Ausmaßen.

Nun zum schwierigerem Teil, dem Wesen. Um es vorweg zu sagen: Ja, ich glaube daran, dass Hunderassen gewisse Merkmale haben, aber das Leben ist zu vielfältig, als dass es sich sklavisch an solche Regeln hält. Oder metaphorisch geschrieben: Ich hab auch schon wasserscheue Labradore erlebt… Dennoch sind solche Rassecharakteristika hilfreich zur „Einordnung“.

Anmerkung von Rico: Und ihr Menschen ordnet doch so gerne… *schwanzwedel*

Hey, Kleiner, du hast mir das Portrait eingebrockt, da wäre ich mit deinen Frozzeleien sparsamer.

Och komm, ist doch wahr…

Ja, aber dennoch Ruhe jetzt, sonst kannst du weitermachen. Also wo waren wir? Achja, beim „Wesen“. Der Einfachheit zitier ich mal aus Wikipedia:

„Im Rassestandard der Deutschen Dogge wird ihr Wesen als freundlich, liebevoll und anhänglich beschrieben. Deutsche Doggen haben eine sehr hohe Reizschwelle. Im Umgang mit Menschen und Hunden sind sie sehr verträglich. Bei entsprechender Sozialisierung ist auch das Zusammenleben mit anderen Haustieren kein Problem.

 

Die Dogge nimmt interessiert am Leben ihrer Menschen teil und möchte bei allem dabei sein. Sie ist trotz ihres menschenbezogenen Charakters weniger unterwürfig als die meisten anderen Rassen.“

 

(Quelle: Wikipedia, Deutsche Dogge)

Fangen wir mal mit der Anhänglichkeit an. Die kann ich nur unterschreiben, und zwar fett. Schließlich ist sie irgendwie mitverantwortlich, dass ich meine Festanstellung schmiss. Egal wie viel Bespaßung oder Gesellschaft er hat (ob von Hunden oder Menschen), eine Trennung von mir ist Rico offensichtlich unangenehm…und irgendwie auch eine Unverschämtheit. Sein verzweifelter Blick ist geradezu herzzerreißend (überhaupt ist seine Mimik sehr ausgeprägt, was er auch stark ausnutzt um Menschen in seinem Sinne zu manipulieren), selbst dann, wenn ich nur wenige Meter von ihm entfernt bin; wenn ich zurückkomme, freut er sich zwar, aber nicht selten quittiert er meine Abwesenheit mit einem Sprung in den Bauch…so als wolle er sich dafür „revanchieren“. Dabei ist es völlig egal, ob es nur wenige Minuten oder ein paar Stunden sind und ob er ganz alleine oder in Gesellschaft anderer Menschen oder Hunde ist. Insofern stimmt auch der Satz: „Die Dogge nimmt interessiert am Leben ihrer Menschen teil und möchte bei allem dabei sein.“ Wobei bei Rico würde ich das „Dabei-Sein-Wollen“ durch „Mittendrin-Sein-Wollen“ ersetzen 😉

Auch freundlich und liebevoll trifft auf Rico als Doggen-Mix zu. Wobei das „liebevoll“ sehr verspielt und ganz nach Molosser-Art auch mal etwas „handfester“ ist. So nen kumpelhaften Bodycheck bringt meine zarte Mutter beispielsweise fast zu Fall 🙂 Und das „liebevolle“ Spielen und Toben mit Motzi oder Emely würde mit nem anderen Subtext wohl auch als unblutiger Hundekampf, quasi semi-kontakt, durchgehen 😀 Zum Glück habe ich seit seinem Welpenalter darauf geachtet, dass er auch andere und auch kleinere Hunde kennen lernte (was gar nicht so einfach war, weil viele Hundehalter von kleineren Hunden Vorurteile gegen größere zeigten). Mit denen spielt er daher anders und stellt sich zum Teil auf sie ein…und das meine ich wörtlich: indem er sich klein macht, sich hinlegt…

Fast-Dogge Rico Hundeblog miDoggy

Copyright Antje Hachmann

Aber so freundlich Rico auch ist, das gilt meist nur unangeleint. An der Leine zeigt sein Verhalten typische Eigenschaften eines „Halbstarken“. Imponiergehabe und Anprollen inbebriffen. Bei allzu unverschämten Hunden, die so gar kein Beschwichtigungssignal senden oder gar selber gerne provozieren, kann er auch mal „ausrasten“.

Musst du das erzählen?

Hey, was ist? Stört es dich, wenn ich an deinem Image kratze? 😉 Hey Kleiner, ich bin nur ehrlich und verheimliche nichts. Und noch was Kleiner, egal was du anstellst: Ich hab dich trotzdem immer lieb!

Ich dich auch Partner! *anstups*

Aber wir sind noch nicht fertig. Nun zum Punkt „hohe Reizschwelle“. Also Rico ist schon eine coole Socke. Daher bekam er von anderen Freunden die Beinamen „Captain Cool“ oder auch „Prinz Valium“, da er recht gelassen blieb, wenn andere Hunde völlig gestresst waren. So kam er mal Sylvester raus zu mir, trotz des Feuerwerkes…er zeigte allenfalls mal ein Meideverhalten und blickte weg…die Tür war offen, er hätte jederzeit wieder rein gehen können… Doch so mutig war er nicht immer, er kam ja aus dem Tierheim, war eine Beschlagnahmung durch den Amtsveterinär (er wurde die ersten 11 Lebenswochen mit seinem Geschwistern im Keller gehalten und kannte nichts anderes). Vor allem viele gemeinsame Erlebnisse haben sein Selbstvertrauen gestärkt, mittlerweile ist er manchmal recht tollkühn 🙂

Was die „Unterwürfigkeit“ angeht…nun damit hat er meist ein Problem…vor allem gegenüber anderen Hunden…es scheint fast, als ob er das nicht einsieht…und irgendwie erinnert es mich an mich selber, als ich noch ein Teeny war 🙂 Und gegenüber Menschen ist er auch nicht gerade der sofort folgsame Hund…er hinterfragt viel und es muss für ihn (nach Hundelogik) einen Sinn ergeben…ansonsten muss das Kommando auch 3 Mal wiederholt werden, manchmal auch im ernsteren Tonfall – was mir aber oft schwerfällt, weil er seine Widerspennstigkeit in eine dicke Hülle Charme verpackt 🙂

So viel zu den mehr oder weniger stark ausgeprägten Gemeinsamkeiten. Nun aber zu den Unterschieden: Rico ist wesentlich eigenständiger als ich es von Doggen kenne. Auch hat er eine so ausgeprägte Neugier und Lebenslust, dass er von einigen als „Entdecker-Typ“ bezeichnet wurde. Das gilt besonders für neue Umgebungen, aber auch für neue Spiele. Wie überhaupt er viel Spaß an Intelligenzspielen zeigt, was ich bei Doggen weniger beobachtet habe (wobei ich glaube, dass das eher daran liegt, dass es kaum etwas für ihre Größe gibt).

Fast-Dogge Rico Hundeblog miDoggy

Copyright Antje Hachmann

Auch Ricos „Beschützerinstinkt“ ist stärker ausgeprägt, weswegen so mancher auch einen Herdenschutzhund darin vermutet hatte (was ich mir aber aufgrund der geringen Größe von Rico im Vergleich zu normalen Doggen nicht vorstellen kann, denn das spricht dafür, dass was Kleineres mit dabei war). Übrigens dehnt er diesen Beschützerinstinkt recht schnell auf andere Hunde aus: So „beschützt“ er auch seinen Kumpel, den Doggen-Dalmatiner-Mischling Willi Wutz, der öfter mal von anderen Hunden angegangen wird, da er nicht auf ihre Signale reagiert – er kann es nicht, da er taub ist.

Auch einen Hüte- oder Jagdhund haben andere in ihm gesehen. Beispielsweise mal bei einer „unangenehmen“ Begegnung mit Schafen am Rhein zusammen mit seiner Freundin Emely – eine reinrassige Dogge. Hier zeigten sich denn auch im direkten Vergleich die Unterschiede: Die beiden schossen auf eine nicht eingezäunte Schafsherde zu: während Emely sich quasi direkt drauf stürzte, versuchte Rico die fliehenden Schafe zu jagen und durch Einkreisen einzufangen…wobei es für ihn auch mehr ein Spiel zu sein schien. Achso, den Schafen ist außer nem Schrecken nichts passiert und der Schäfer war auch sehr verständnisvoll.

Er ist sehr deutlich in seiner Kommunikation mit Menschen – und ein charmanter Manipulateur. Manchmal ist seine Kommunikation sogar so deutlich, dass ihm Geräusche aus der Schnauze kommen wie bei Chewbacca aus Star Wars…dabei hat er die alten Teile noch gar nicht gesehen 🙂 Er weiß, mit welchen Blicken er andere erweichen und um den Finger bzw. Pfote wickeln kann…und oft schafft er das mit seinen Methoden auch bei mir, wenngleich er bei mir schon noch schwerer Geschütze auffährt 😉

Na du durchschaust mich ja meist auch… Aber diesen „Starr Was?“ muss ich echt mal sehen…so oft wie ihr von diesem Schubackar sprecht *bestätigendwuff*


Die Bilder wurden uns von Maximilian zur Verfügung gestellt und von Antje Hachmann fotografiert. Vielen Dank!

 




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4 Comments
  1. Rico 2 Jahren ago

    Hey Lola (und natürlich auch Julia!), vielen Dank, dass wir bei deiner Portraitsammlung mitmachen durften! Auch wenn ich ja eigentlich gar keine Rasse bin…umso mehr freu ich mich! <3 Einen riesigen Abschlecker für euch beide!

    • Julia von miDoggy 2 Jahren ago

      Wir haben uns sehr gefreut, dass Ihr mitgemacht habt 😀 Vielen lieben Dank nochmal 🙂

  2. Shiva 2 Jahren ago

    Hey Rico,
    schön dich hier zu lesen. Dein Portrait ist klasse. So kann hund sich dich richtig gut vorstellen. Ich finde es gut, dass ein so toller Hund wie du auch ein Leinenproll ist und vor allem dazu steht.

    Flauschige Umpfötelung
    Shiva Wuschelmädchen

    • Rico 2 Jahren ago

      Hey Shiva, vielen wuffigen Dank! Glaub mir, das an der Leine ist nicht die einzige Macke 😉 Dicken Anschlecker!

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