[Weihnachtsgeschichte] von Maxi und Lotti

Weihnachtsgeschichte von Maxi und Lotti miDoggy

Wunschdenken. Kennt ihr das auch? Dass ihr euch etwas mit solcher Kraft wünscht, es euch in allen kleinsten Details vor eurem Innersten malt, dass ihr tatsächlich das Gefühl bekommt, es müsste nun einfach wahr sein? 

Als ich klein war, riss ich morgens manchmal erwartungsvoll die Augen auf, weil ich den Wunsch fast atmen hören konnte. Aber natürlich kann man sich einen Wunsch nicht real träumen. Das ist Schwachsinn, erklärte ich damals auch dem Meer aus Stofftieren. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und meine Stofftiere waren in meiner Kindheit realer als es mein Wunsch war.   

Ich wünschte mir nichts sehnlichster als einen kleinen Kater(“Huch, Kater?! Sollte das nicht eine hündische Weihnachtsgeschichte werden??”). Einen treuen Begleiter an meiner Seite, der gerne mit mir auf Bäume kletterte, Schnecken in ihren Häusern besuchte und mir ein bisschen die Einsamkeit nahm. Mein einziger Wunsch. 

Und eigentlich war es schnurzegal, ob Weihnachten, Geburtstag, Ostern, Pfingstmontag, Tag der Deutschen Einheit, Allerheiligen oder jeder 2. Donnerstag im Monat. Tatsächlich lässt die Menschheit doch fast keine Gelegenheit zum Feiern, Anstossen, Beglückwünschen und sich gegenseitig Wünsche-Erfüllen aus oder?  Und irgendwie finde ich das auch reizend. Zum Meckern nimmt man sich schließlich auch immer Zeit. 

Aber so sehr sich meine Eltern bemühten, meine übrigen Wünsche zu erfüllen- der eine große blieb unerfüllt. Zu viel Verantwortung, zu viel Dreck, zu viel Zeit, zu viel Geld. Und irgendwie glaubten sie immer, im Zuge der Pubertät und des Heranwachsens, des sich-mit-Jungs-Beschäftigens, des Studierens und irgendwann des Ausziehens, dass mein Wunsch kleiner werden würde. So klein wie ich damals war, als ich nachts mit meinem Sehnsuchtskater in Baumkronen kletterte. 

Was sie offensichtlich nicht verstanden, ist, wenn man sich etwas mit solcher Kraft wünscht, es sich in allen kleinsten Details vor seinem Innersten ausmalt, dann wird das Gefühl nicht kleiner. Es wächst mit. Und irgendwann überwand ich den Drang, die Augen fest zuzukneifen und einfach weiterzuträumen. Ich denke, das ist der Punkt in meinem Leben gewesen, an dem ich wirklich erwachsen wurde- oder zumindest ent-wachsen. Entwachsen aus meinen eigenen kleinen Kindheitsträumen. Ich war endlich bereit. Ich würde auf niemanden mehr warten, um mir meine Wünsche erfüllen zu lassen. 

Und letztes Jahr im Dezember zog endlich mein kleiner Begleiter ein. Mein ganz persönliches Weihnachtswunder. Gut, es ist keine Katze geworden, aber es ist der treuste Begleiter, den ich mir wünschen konnte. Ein Begleiter, der mich lehrt, dass es jeden Tag -und nicht nur jeden 2. Donnerstag im Monat- etwas zu feiern gibt.

Und es stimmt, was alle sagen- und das ist so gar kein Schwachsinn: wenn man sich etwas wirklich wünscht, dann geht es auch in Erfüllung. Weil man es in Erfüllung gehen lässt. Und zwar selbstständig.

 


Maxi’s und Lotti’s wunderschönen Instagram-Account findet Ihr hier. Das Bild wurde uns von ihnen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! ♥

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